20.04.2010
Ressort: ES
"Schlachtwerk" dauerte 15,40 Minuten
GRENZLANDHALLE Musikverein Schöneseiffen gab ein Frühjahrskonzert vor ausverkauftem Haus

VON GUDRUN KLINKHAMMER

Hellenthal . Die immer wieder beeindruckende Eröffnungsmusik "Zarathustra 2000" von Richard Strauss erklang, als Dirigent Walter Link am Sonntagabend in der Grenzlandhalle den Taktstock hob. Der Musikverein Schöneseiffen hatte in Hellenthal zum Frühjahrskonzert eingeladen, und wie in den vergangenen Jahren üblich war der Saal mit über 500 Zuschauern restlos ausverkauft.

 

Eine Seltenheit

Der Musikverein Schöneseiffen besitzt die Fähigkeiten eines Höchststufenorchesters - in der hiesigen Region eine absolute Seltenheit. Der zweite, ruhige Satz "Air" aus der "New Baroque Suite", komponiert von Ted Huggens, gelang den 49 Instrumentalisten ebenso eindrucksvoll wie der reinrassige Paso doble mit dem Titel "El Cartero" ("Der Briefträger").

Als "gewaltiges Schlachtwerk", so drückte es Walter Link aus, hatten die Musiker die Suite "Tirol 1809" auf dem Programm. In genau 15,40 Minuten beschreibt der Komponist Sepp Tanzer musikalisch den Freiheitskampf der Schweizer vor 200 Jahren. Das Stück stellt höchste Anforderungen an die Ausführenden, ist aber auch für den Zuhörer nicht leicht zu konsumieren.

 

Anhaltender Applaus

Musikalische Zitate - wie etwa die französische Nationalhymne - erklangen eindrucksvoll und gingen massiv ins Ohr. Im ersten Satz der Suite glänzten die Piccoloflöten, Ende des zweiten Satzes bestachen die Posaunen mit temporeichen Einsätzen. Der dritte Satz forderte wiederum den Trompetern alles ab. Anhaltender Applaus war den Aktiven sicher.

In der zweiten Konzerthälfte erklangen Medleys wie "Musik ist Trumpf", "In Memory of Michael Jackson", Hits von Herbert Grönemeyer und Evergreens wie etwa das heißblütige Stück "Malaguena". Als Zugabestücke spielte der Musikverein unter anderem die Apfelpolka und den Mariechen-Walzer. Besonders groß schreiben die Schöneseiffener Musikanten die Nachwuchsarbeit. Mit professioneller Unterstützung werden die Kinder und Jugendlichen ausgebildet. Schon Tradition ist der Instrumentenschnuppertag, den der Verein jedes Jahr für alle Interessierten veranstaltet.

Auch die 17 Jüngsten des Vereins traten beim Konzert vor großem Publikum in der Grenzlandhalle auf. Sie gaben mit "Vivaldi´s Winter" und dem Marsch "Golden Sun" eine Kostprobe ihres Könnens.

Gegründet wurde der Musikverein Schöneseiffen 1954 im Vereinslokal von Karl Dreßen. Damals zählten 28 Mitglieder zum Ensemble. Seit 1998 steht der ehemalige Solotrompeter der Big Band der Bundeswehr, Walter Link, dem Orchester vor.

 

Jubilare geehrt

Im Rahmen des Konzerts wurden langjährige Mitglieder des Musikvereins durch den Vorsitzenden Wolfgang Gehlen und den Vorsitzenden des Volksmusikerbundes im Kreis Euskirchen, Günter Schramm, mit Urkunden und Präsenten ausgezeichnet. Seit 30 Jahren sind Maria Esch, Gottfried Groß und Roland Reder schon dabei. Während die Damen Urkunden und Blumensträuße entgegen nahmen, erhielten die Männer so genannte "Männerblumen" aus Bitburg. Dabei handelte es sich um kleine Bierfässchen mit edlem Gerstensaft.

Für 25 Jahre aktive Vereinstreue wurde Simone Gehlen geehrt, für 20 Jahre Carina Hörnchen sowie für 15 Jahre Jennifer Frantzen und Corinna Möres. Seit zehn Jahren spielen Denise Gehlen, Kai Gehlen, Daniela Hupp, Anna Jentges, Sebastian Knie und Verena Knie im Musikverein mit.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Während des Frühlingskonzertes wurden zahlreiche Mitglieder für ihre langjährige Vereinstreue mit Urkunden, Blumen und Bier aus Bitburg ausgezeichnet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die 49 Instrumentalisten des Musikvereins Schöneseiffen gaben am Sonntagabend eine beeindruckende Vorstellung in der Grenzlandhalle in Hellenthal. BILDER: KLINKHAMMER

 

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